
Bestimmte Krebsbehandlungen können langfristige Auswirkungen auf das Gehör haben. Unsere Studie untersuchte deshalb, wie gut Betroffene über dieses Risiko informiert sind. Dieses Wissen ist wichtig, da Hörprobleme bei frühzeitiger Erkennung oft gut behandelt oder ausgeglichen werden können. Eine gute Aufklärung unterstützt Betroffene dabei, rechtzeitig zu handeln und mögliche Folgen im Alltag zu reduzieren und Lebensqualität langfristig zu erhalten.
Zusammenfassung von Philippa Jörgers Studie
Was wollten wir mit unserer Studie erreichen?
Manche Chemotherapien und Bestrahlungen am Kopf können das Gehör schädigen. Wir wollten herausfinden: Wissen Betroffene, die solche Behandlungen erhalten haben, über dieses Risiko Bescheid?
Warum ist das wichtig?
Hörprobleme können bei frühzeitiger Erkennung gut bewältigt werden, zum Beispiel mit Hörhilfen. Aufklärung kann Betroffenen helfen, frühzeitig Massnahmen zu ergreifen und die Auswirkungen von Hörproblemen zu minimieren.
Was haben wir in unserer Studie genau gemacht?
Wir schrieben erwachsene Personen an, die früher eine Behandlung erhalten hatten, die das Gehör schädigen kann. Dazu gehören Chemotherapien mit Platin und Bestrahlungen am Kopf. Wir fragten die Teilnehmenden in einem Fragebogen, ob sie wussten, dass diese Therapien Einfluss auf das Gehör haben können. Zusätzlich haben die Teilnehmenden einen Hörtest gemacht.
Was haben wir herausgefunden und wie ordnen wir das ein?
Viele Teilnehmende erinnerten sich nicht daran, Informationen über das Risiko einer Hörminderung erhalten zu haben. Teilnehmende, die in jüngerer Zeit behandelt wurden, wussten mehr über mögliche Auswirkungen der Therapie auf das Gehör. Jede/-r Zweite zeigte im Hörtest tatsächlich eine Hörminderung.
Viele frühere Patientinnen und Patienten wissen nicht, dass ihre Krebsbehandlung das Gehör beeinträchtigen kann – obwohl fast jede oder jeder Zweite in unserer Studie betroffen war. Die gute Nachricht: Wer in jüngerer Zeit behandelt wurde, war deutlich besser informiert – ein Zeichen für Fortschritte in der Nachsorge. Es ist wichtig, dass alle Betroffenen über mögliche Hörprobleme Bescheid wissen, besonders jene die schon länger mit der Krankheit abgeschlossen haben. Denn: Wer informiert ist, kann früh handeln. Regelmässige Hörtests in der Nachsorge sind hier der Schlüssel.
Weitere Informationen:
Referenz: Jörger P, Nigg C, Žarković M, Sommer G, Kompis M, Michel G, Ansari M, Waespe N, Kuehni CE. Awareness about the risk of hearing loss after ototoxic treatments in Swiss childhood cancer survivors. Patient Educ Couns. 2025 Mar 27;136:108764. doi: 10.1016/j.pec.2025.108764. Epub ahead of print. PMID: 40179545.
Hier finden Sie die ganze Studie (auf Englisch).
Kontakt:
Philippa Jörger (philippa.joerger@unibe.ch)
Claudia Kuehni (claudia.kuehni@unibe.ch)
Hier können Sie die Kurzzusammenfassung herunterladen:
