Atemwegsbeschwerden von Kindern und Rauchen im Haushalt

Diese Studie wollte herausfinden, wie viele ehemalige Kinderkrebspatient/-innen zu Hause Zigarettenrauch ausgesetzt sind und ob dies zu Atemwegsbeschwerden beiträgt. Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder nach einer Krebsbehandlung anfälliger für Atemwegsbeschwerden (wie chronischer Husten oder Asthma) sein können und dass Passivrauchen zusätzlich belastet. Deshalb ist gezielte Massnahmen in der Nachsorge wichtig, um betroffene Familien zu unterstützen.

Was wollten wir mit unserer Studie erreichen?
Diese Studie untersuchte Atemwegserkrankungen von ehemaligen Kinderkrebspatienten/-innen und fragte die Eltern, ob sie rauchen.

Warum ist das wichtig?
Kinder können nach einer Krebsbehandlung besonders anfällig sein für Lungenerkrankungen und Erkrankungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich. Passivrauchen kann zusätzlich die Häufigkeit von Atemwegsbeschwerden erhöhen. Zur Situation bei Kinderkrebsbetroffenen ist bisher wenig bekannt. Der Stress durch die schwere Erkrankung in der Familie macht es vielleicht für manche Eltern schwierig, mit Rauchen aufzuhören. In der Nachsorge kann man betroffene Familien gezielt unterstützen.

Was haben wir in unserer Studie gemacht?
Wir schickten Fragebögen an Eltern von 1037 Kinderkrebsbetroffenen, die 16 Jahre alt oder jünger waren und bei denen die Krebsdiagnose mindestens 5 Jahre zurück lag. Wir fragten die Eltern, ob sie rauchen und fragten auch nach Atemwegsbeschwerden der Kinder, zum Beispiel chronischem Husten, Asthma oder Mittelohr-Entzündungen.

Was haben wir herausgefunden und wie ordnen wir das ein?
Fast jedes dritte Kind in unserer Studie lebt in einem Haushalt, in welchem geraucht wird. Diese Kinder berichteten im Fragebogen häufiger über Atemwegsbeschwerden als Kinder, die rauchfrei aufwachsen. Es ist deshalb wichtig, Familien zu unterstützen, um mit dem Rauchen aufzuhören. In der Nachsorge können Eltern beim Rauchstopp unterstützt werden. Eltern können sich auch direkt und unkompliziert beraten lassen, zum Beispiel bei www.stopsmoking.ch.

Weitere Informationen:

Referenz: Žarković M, Sommer G, Nigg C, Sláma T, Schneider C, Ansari M, von der Weid N, Schindera C, Kuehni CE. Parental smoking and respiratory outcomes in young childhood cancer survivors. Pediatr Blood Cancer. 2024 Sep 3:e31310. doi: 10.1002/pbc.31310. PMID: 39228077.

Hier ist der Link zur ganzen Studie (Englisch).

Kontakt:
Maša Žarković (masa.zarkovic@unibe.ch)
Prof. Claudia E. Kuehni (claudia.kuehni@unibe.ch)

Hier können Sie die Kurzzusammenfassung herunterladen: